< zurück 24.08.2017

ORCA's Immobilienkrimi: Von Schönheitsidealen, die zum Zankapfel werden


Die Observation der Dachterrasse war alles andere als einfach: Da wurde gemessen und geplant, gehämmert und gebaut - mit Ferngläsern bewaffnet legten wir uns auf die Lauer. Was ging da oben vor sich? Der Ärger ließ nicht lange auf sich warten.

Die Wohnungseigentumsanlage aus dem Jahr 1964 umfasst zehn Einheiten - inklusive Penthouse mit Dachgarten, der wiederum zum Sondereigentum zählt. Der Penthouse-Eigentümer hatte schon vor Jahren einige Veränderungen, wie beispielsweise das Auslegen mit Platten, den Bau eines Zauns und eines Dachvorbaus, vorgenommen. Im Zuge einer von der WEG initiierten Dachsanierung 2012/2013 mussten diese Elemente wieder entfernt werden. Das konnte den Eigentümer jedoch nicht davon abhalten, nach Abschluss der Sanierung einen neuen, aber veränderten Dachvorbau zu errichten - genau damit hatten wir uns nun zu befassen.

Änderungen am Sondereigentum: Optisch nachteilig oder nicht?

Eine Miteigentümerin klagte nun auf Rückbau, weil einerseits die WEG nicht befragt worden war und andererseits die bauliche Veränderung die Optik der gesamten Anlage beeinträchtigen würde. Wir schauten uns fragend an: Einer fand den Dachvorbau nicht so schön, der andere konnte sich dafür erwärmen - was nun? Der BGH verwies darauf, dass der Gesamteindruck zählt - aber eben auch darauf, dass der einstige Dachvorbau ja wegen der Sanierungsmaßnahmen entfernt werden musste. Es spielt bei der Einschätzung also auch eine Rolle, welche Möglichkeiten der Eigentümer für die Erneuerung überhaupt hatte.

Darüber hinaus wurde in Bezug auf die Zustimmung durch die Wohnungseigentümer nach der Art der Baumaßnahme am Sondereigentum unterschieden: Zählt diese zur Modernisierung, sind mehr als 75 Prozent aller Stimmen notwendig, bei einer modernisierenden Instandsetzung jedoch nur die einfache Mehrheit im Rahmen einer Eigentümerversammlung. (BGH, Urteil vom 18.11.2016, Az: V ZR 49/16)

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Samira Kukulka, Head of Marketing

Samira Kukulka

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