< zurück 21.07.2017

ORCA's Immobilienkrimi: Wenn der Zollstock zum corpus delicti wird


Es hätte so einfach sein können: Einfach den Zollstock geschwungen und die Wohnung ausgemessen - schon wäre die Beweislage klar gewesen. Da die Mieterin jedoch nur pauschal die Flächenangaben bestritt, mussten Ermittlungen aufgenommen werden. Ein Fall, der sich einerseits um Zentimeter drehte - andererseits war das konkrete Ergebnis nebensächlich.

Die Sache mit den Prinzipien: Pauschale Ablehnung reicht nicht aus

Wir konnten uns ein genervtes Stöhnen nicht verkneifen, als wir den Fall auf den Tisch bekamen: Es ging doch nur ums Prinzip - muss das so auf die Spitze getrieben werden? Offensichtlich ja. Die Verdächtige hatte eine Mieterhöhung nicht akzeptiert, da diese sich auf eine bestimmte Wohnfläche bezog. Allerdings fehlte im Mietvertrag eine konkrete Angabe zur Fläche, was für die Verdächtige sprach. Gegen sie konnte jedoch vorgebracht werden, dass sie die Nebenkostenabrechnung, die ebenfalls auf der von der Vermieterin aufgeführten Wohnfläche beruhte, seit vielen Jahren akzeptiert hatte. Wo war das Problem?

Wir wälzten die Akten und kamen zu dem Schluss, dass die Vermieterin natürlich in der Pflicht ist, genaue Angaben zum vermieteten Objekt vorzulegen. Allerdings reicht es eben nicht aus, wenn die Mieterin nur pauschal widerspricht: Der Griff zum Zollstock und eine überschlägige Berechnung hätten schon ausgereicht, um die Vermieterin in die Pflicht zu nehmen. Die Einbeziehung von Wandschrägen und Loggia hätte dann von einem Fachmann nachvollzogen werden müssen. Insgeheim mussten wir dem Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 31.5.2017, Az: VIII ZR 181/16) Recht geben: Wenn wir jedem Vorwurf, der nicht sachlich begründet wird, nachgehen wollten, dann hätten wir viel zu tun.

 

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Samira Kukulka, Head of Marketing

Samira Kukulka

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